4. Fazit

Zum Inhaltsverzeichnis – Neuroethik. Ein Überblick über zentrale Problemkreise.

Beim neurokognitiven Enhancement ist es offensichtlich, wie bei allen Technologien. Klug eingesetzt, könnte es dem Wohl der Allgemeinheit dienen, überlässt man es hingegen dem nachfrageregulierten Markt, das Enhancement zu etablieren, steht man schnell vor einer Verselbstständigung des Phänomens, das dann nicht mehr gestoppt werden kann.

Wenn Einzelne es zu ihrem Vorteil verwenden, kann es schon bald zu einem Nachteil für viele andere werden. Daher ist es enorm wichtig eindeutige Regelungen im Umgang mit diesen Technologien festzulegen, um Missbrauch zu verhindern.

Ich sagte, neurokognitives Enhancement könnte zum Wohle der Allgemeinheit, zur Lösung von Problemen eingesetzt werden. Das ist richtig. Aber wir benötigen zur Lösung dieser Probleme, zur Verbesserung der Situation vieler Menschen, nicht notwendigerweise technologische Methoden.

Alle Probleme, die ich angesprochen habe, sind altbekannte Missstände, die sich auch mit humanitären bzw. sozialen Maßnahmen lösen lassen würden, wie z.B. die Bildungsungleichheit, die Chancenungleichheit, die Arbeitsbedingungen in risikobehafteten Berufen usw.

Daher glaube ich nicht, dass wir neurokognitives Enhancement oder Enhancement überhaupt, brauchen. Wenn wir uns von dem Leib-Seele-Dualismus verabschieden, müssen wir aufpassen, den Menschen nicht nur auf seine Biologie zu reduzieren, um alle Probleme zu lösen.

Wichtig ist vor allem, Menschen nicht nur in ihrer gesellschaftlichen Funktion zu betrachten, als manipulierbare Variablen, die man mit kulturellen (oder entsprechend technologischen) Opiaten bei Laune halten muss.

Enhancement wird aber an dieser Sicht auf den Menschen nichts ändern oder sie vielmehr noch verstärken. Aus diesem Grund lehne ich es ab.

>> 5. Literaturverzeichnis >>

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